Zum Inhalt

Nordic Outlook: Zuversicht trotz eines unsicheren Herbstes

Weltwirtschaft zeigt sich widerstandsfähig, obwohl Energiepreise steigen und geopolitische Risiken anhalten.

Trotz geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise bleibt die Weltwirtschaft auf Wachstumskurs. Steigende Energiepreise, geopolitische Spannungen und anhaltende Konflikte im Nahen Osten sowie in der Ukraine belasten zwar die Konjunktur, bislang ist jedoch die befürchtete schwere Belastung für die globale Wirtschaft ausgeblieben. Zu diesem Ergebnis kommt die SEB in ihrem aktuellen Konjunkturbericht Nordic Outlook.

Die Bank hat ihre Prognose für das globale Wirtschaftswachstum leicht angehoben. Für 2026 erwartet die SEB nun ein Wachstum von 3,1 Prozent. Für 2027 und 2028 werden 3,2 beziehungsweise 3,3 Prozent prognostiziert. Die US-Wirtschaft soll im gesamten Prognosezeitraum mit etwas mehr als 2 Prozent wachsen. In der Eurozone dürfte das Wirtschaftswachstum schrittweise an Fahrt gewinnen und von knapp unter 1 Prozent in diesem Jahr auf 1,5 Prozent im Jahr 2028 steigen.

„Obwohl die Ölpreise höher sind als wünschenswert und die Preise für raffinierte Erdölprodukte noch deutlich stärker gestiegen sind, hat dies bislang nicht zu dem schweren Schock für die Weltwirtschaft geführt, den viele befürchtet hatten“, sagt Jens Magnusson, Chefvolkswirt der SEB. „Tatsächlich haben sich die Konjunkturaussichten nach dem Sommer sogar etwas verbessert, trotz der anhaltenden Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine.“

Wirtschaftliche Signale bleiben gemischt

Nach Einschätzung der Bank zeigen sich Unternehmen und Verbraucher bislang bemerkenswert robust. Gleichzeitig bestehen aber erhebliche Risiken. Niedrige Gasvorräte in Europa vor dem Winter könnten sowohl die Inflation als auch die industrielle Produktion belasten. Hinzu kommen die Folgen von Dürreperioden und ungewöhnlich niedrigen Wasserständen in europäischen Flüssen, die Transport- und Lebensmittelpreise beeinflussen könnten.

Auch auf den Finanzmärkten bleiben Unsicherheiten bestehen. Die hohe US-Staatsverschuldung und das anhaltend hohe Zinsniveau setzen die öffentlichen Haushalte zunehmend unter Druck und schränken den finanzpolitischen Handlungsspielraum ein.

„Die Signale vor Herbst und Winter sind widersprüchlich. Eine robuste Wirtschaft sowie optimistischere Unternehmen und Verbraucher geben Anlass zur Hoffnung. Gleichzeitig bleibt die Energiesituation angespannt“, sagt Magnusson.
Investitionen stützen die Weltwirtschaft

Die SEB sieht den weltweiten Investitionszyklus weiterhin als wichtigen Wachstumstreiber. Investitionen in Zukunftsbereiche wie Künstliche Intelligenz, Verteidigung und Infrastruktur unterstützen die globale Konjunktur. Allerdings könnte ein deutlicher Anstieg der Energiepreise oder höhere Zinsen die Aussichten rasch eintrüben und auch Investitionen in neue Technologien bremsen.

„Eine solche Entwicklung könnte eine umfassende Neubewertung an den Finanzmärkten auslösen und den negativen Schock verstärken“, erklärt Daniel Bergvall, Head of Forecasting bei der SEB. „Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass die positiven Effekte des aktuellen Investitionsaufschwungs bislang unterschätzt werden.“

Inflation bleibt Herausforderung für Notenbanken

Die Inflationsentwicklung verläuft diesseits und jenseits des Atlantiks unterschiedlich. Während sich die Lage in den USA zuletzt verbessert hat, ist der Rückgang der Inflation im Euroraum ins Stocken geraten. In beiden Wirtschaftsregionen liegt die Teuerung weiterhin über den Zielwerten der Zentralbanken.

Nach Einschätzung der SEB wird das nachlassende Lohnwachstum dazu beitragen, dass sich die Kerninflation bis zum Ende des Prognosezeitraums wieder den Zielmarken annähert. Entsprechend dürften die Notenbanken unterschiedliche geldpolitische Kursrichtungen einschlagen.

„Die Zinsentwicklung wird in den kommenden Jahren regional unterschiedlich verlaufen. Die US-Notenbank dürfte ihre Leitzinsen in diesem Jahr unverändert lassen und sie erst 2027 und 2028 schrittweise senken“ sagt Bergvall und führt aus: „Die Europäische Zentralbank hingegen dürfte zunächst die Zinsen weiter anheben und erst Anfang 2028 wieder mit Senkungen beginnen.“

Risiken für Wachstum überwiegen weiter

Trotz der insgesamt verbesserten Konjunkturaussichten überwiegen nach Einschätzung der SEB weiterhin die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft. Energiepreise, geopolitische Spannungen sowie Belastungen im internationalen Handel bleiben zentrale Unsicherheitsfaktoren. Gleichzeitig könnte die laufende Investitionswelle für positive Überraschungen sorgen und die globale Konjunktur stärker unterstützen als derzeit erwartet.

Die Bank geht daher davon aus, dass die Weltwirtschaft sich auch in einem schwierigen Umfeld als robust erweisen dürfte. Gleichzeitig bleibt sie anfällig für Rückschläge durch geopolitische Spannungen, höhere Energiepreise und Inflationsrisiken.

Lesen Sie hier den vollständigen Nordic Outlook für August 2026.

Pressekontakt

Pamela Hecking
SEB AB Frankfurt Branch
Communications 
+ 49 69 258-6417
pamela.hecking@seb.de

Petra Binzer
SEB AB Frankfurt Branch
Communications 
+ 49 69 258-6458
petra.binzer@seb.de

Die SEB ist ein führender nordeuropäischer Finanzkonzern. In Schweden und den baltischen Staaten bietet die Bank ein breites Spektrum von Beratungsdienstleistungen und Finanzlösungen an. In Dänemark, Finnland, Norwegen, Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande und Großbritannien konzentriert sich die SEB auf das Geschäft mit Firmen- und institutionellen Kunden, Investoren sowie Asset Managern. Die SEB ist in über 20 Ländern der Erde präsent und hat eine Bilanzsumme von 4.033 Milliarden SEK (per 30. September 2025). Der Konzern verwaltet ein Vermögen von 2.820 Milliarden SEK und hat rund 19.000 Mitarbeitende. Weitere Informationen zum SEB Konzern auf www.sebgroup.com. Mehr über die SEB in Deutschland unter www.seb.de.

Nach oben