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Nordic Outlook: Weltwirtschaft zeigt Widerstandskraft

Die Weltwirtschaft hat im vergangenen Jahr überraschend robust abgeschnitten. Für die kommenden zwei Jahre erwartet die SEB dennoch ein herausforderndes Umfeld. Laut einer neuen Konjunkturprognose des Unternehmens dürfte die globale Wirtschaftsleistung in den Jahren 2026 und 2027 jeweils nur etwas mehr als drei Prozent wachsen. Politische Spannungen, strukturelle Veränderungen sowie neue Handelsrisiken aus den Vereinigten Staaten sorgen für Unsicherheit.

Trotz Zöllen und politischer Risiken fiel das weltweite Wachstum im Jahr 2025 stärker aus als zunächst erwartet. Die SEB geht im Basisszenario davon aus, dass sich die globale Konjunktur auf diesem Trendniveau stabilisiert. Die Vereinigten Staaten dürften 2026 ein Wachstum von etwas mehr als zwei Prozent erreichen, während Europa voraussichtlich etwas mehr als ein Prozent schafft. Für China erwartet die SEB weiterhin ein Plus von rund fünf Prozent, gestützt durch staatliche Ausgaben und starke Exporte.

Politische Konflikte prägen den wirtschaftlichen Ausblick

„Die wirtschaftlichen und finanziellen Perspektiven sind weiterhin durch hohe Unsicherheit und zunehmende Komplexität in den globalen Beziehungen gekennzeichnet, da Präsident Trump die regelbasierte internationale Ordnung und sicherheitspolitische Kooperationsstrukturen wie die NATO weiter schrittweise untergräbt“, sagt Daniel Bergvall, Head of Economic Forecasting bei der SEB in Schweden.

In den Vereinigten Staaten wird eine Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofes erwartet, die die Grenzen präsidialer Macht definiert – insbesondere bei der Unabhängigkeit der Notenbank und der Zollpolitik. Nach Einschätzung der Bank dürften die durchschnittlichen Zollsätze der Vereinigten Staaten bei etwa fünfzehn Prozent bleiben. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Entwicklungen, dass der Präsident bereit ist, dieses Instrument flexibel und offensiv einzusetzen. Die Europäische Union setzt bislang auf Verhandlungen statt Eskalation, signalisiert jedoch eine zunehmende Bereitschaft zum Gegensteuern.

„Die Welt atmete auf, als Trump in Davos bekanntgab, dass es weder eine militärische Intervention gegen Dänemark zur Übernahme Grönlands noch zusätzliche Zölle auf mehrere europäische Länder geben wird", erläutert Jens Magnusson, Chefökonom der SEB in Stockholm. "Aber der Jahresauftakt hat ein klares Signal gesendet und die Handelsfragen sind nicht gelöst. Zölle bleiben Trumps bevorzugtes Mittel, und der Respekt gegenüber anderen Ländern ist begrenzt“.

Europa im Spannungsfeld zwischen den Vereinigten Staaten und China

Viele europäische Länder befinden sich in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Sicherheitsinteressen, Handelspolitik und geopolitischen Rivalitäten. Ein mögliches Einfrieren des Konflikts in der Ukraine könnte zwar positive konjunkturelle Effekte haben, doch konkrete Fortschritte lassen weiter auf sich warten. Europäische Unternehmen stehen zusätzlich unter Druck – sowohl durch Chinas exportgetriebenes Wachstumsmodell als auch durch interne Herausforderungen wie niedrige Produktivitätszuwächse.

Die SEB sieht dennoch Potenzial, dass politische Entscheidungen zur Stärkung des europäischen Binnenmarktes erhebliches Wachstum freisetzen könnten. „Wir prognostizieren, dass die Vereinigten Staaten auch weiter schneller wachsen als die Europäische Union, dass Deutschland jedoch an Dynamik gewinnt und wieder über sein Potenzial hinauswächst. Die nordischen Länder stechen positiv hervor“, so Magnusson.

Inflation entwickelt sich weiter günstig

Weltweit lässt der Inflationsdruck nach. Sinkende Löhne in vielen Volkswirtschaften, fallende Rohstoffpreise und eine schwächere Preisdynamik aus China tragen dazu bei. Der starke Kurs vieler Währungen gegenüber dem Dollar wirkt ebenfalls preishemmend. Die SEB erwartet, dass die Notenbank der Vereinigten Staaten ihre Zinsen im Jahr 2026 schrittweise senken wird, sobald die durch Zölle verursachten Preisschübe nachlassen. Die Europäische Zentralbank hat aus Sicht der Bank den Tiefpunkt ihres Zinszyklus bereits erreicht.

Lesen Sie hier den vollständigen Nordic Outlook für Januar 2026.

Pressekontakt

Pamela Hecking
SEB AB Frankfurt Branch
Communications 
+ 49 69 258-6417
pamela.hecking@seb.de

Petra Binzer
SEB AB Frankfurt Branch
Communications 
+ 49 69 258-6458
petra.binzer@seb.de

Die SEB ist ein führender nordeuropäischer Finanzkonzern. In Schweden und den baltischen Staaten bietet die Bank ein breites Spektrum von Beratungsdienstleistungen und Finanzlösungen an. In Dänemark, Finnland, Norwegen, Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande und Großbritannien konzentriert sich die SEB auf das Geschäft mit Firmen- und institutionellen Kunden, Investoren sowie Asset Managern. Die SEB ist in über 20 Ländern der Erde präsent und hat eine Bilanzsumme von 4.033 Milliarden SEK (per 30. September 2025). Der Konzern verwaltet ein Vermögen von 2.820 Milliarden SEK und hat rund 19.000 Mitarbeitende. Weitere Informationen zum SEB Konzern auf www.sebgroup.com. Mehr über die SEB in Deutschland unter www.seb.de.

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