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Nordic Outlook: Fokus auf Inflationsrisiken bei rückläufigen COVID-19-Zahlen

Nach einem Rückgang um mehr als 3 Prozent im Jahr 2020 wird das globale BIP in diesem Jahr um 5,9 Prozent und 2022 um 4,3 Prozent steigen, so die SEB Ökonomen in der Mai-Ausgabe des Nordic Outlooks.

Das rasche Wirtschaftswachstum in den USA, angetrieben durch die Konjunkturpakete von Präsident Joe Biden, und die allgemeine Unempfindlichkeit gegenüber neuen Restriktionen zu Beginn des Jahres 2021 haben dazu beigetragen, die Aussichten zu verbessern – trotz hoher COVID-19-Ansteckungen in diesem Frühjahr. Auch die meisten westeuropäischen Länder scheinen ihre pandemiebedingten Beschränkungen bald zu lockern. Mit Blick auf die Zukunft werden die Haushalte der wichtigste Wachstumsmotor sein, da sie ihre großen Sparüberschüsse aktivieren. In den USA verlagert sich der Fokus der Aufmerksamkeit an den Finanzmärkten nun von umfangreichen Konjunkturmaßnahmen auf Überhitzungsrisiken. Ein Inflationsimpuls ist erkennbar, aber die SEB Experten glauben nicht, dass er von langer Dauer sein wird. So wird die US-Notenbank mit einer Anhebung des Leitzinses bis 2023 warten können, dennoch wird sie wieder die Führung im Normalisierungsprozess übernehmen.

Die hohen Ersparnisse der privaten Haushalte und die fiskalischen Anreize legen den Grundstein für eine kräftige Erholung der schwedischen Wirtschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Die SEB Analysten haben ihre BIP-Wachstumsprognose auf 4,5 Prozent in diesem Jahr und 4,0 Prozent im Jahr 2022 nach oben korrigiert. Die Riksbank wird ihre Anleihekäufe vor der Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) reduzieren, wobei der schwedische Reposatz trotz niedriger Inflation in den kommenden Jahren bei null Prozent bleiben dürfte.

Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft und Impfstoffe schaffen die Voraussetzungen für eine Normalisierung
Das verarbeitende Gewerbe und der Welthandel haben sich als widerstandsfähig gegenüber der Pandemie erwiesen. Die arbeitsintensiven Dienstleistungssektoren werden nun allmählich aufholen, wobei die starke Kaufkraft der Haushalte eine wichtige Rolle spielt. Es bleibt abzuwarten, ob die COVID-19-Schutzimpfungen zu einer vollständigen Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens führen können. Das Hauptszenario in der Mai-Ausgabe des Nordic Outlooks ist, dass die fortgeschrittenen Volkswirtschaften in diesem Jahr zu ihren Positionen vor der Pandemie zurückkehren und, dass die unterschiedlichen Impffortschritte nicht zu dauerhaften Unterschieden führen werden.

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr um 5,9 Prozent wachsen: ein Anstieg gegenüber den im Nordic Outlook vom Februar prognostizierten 5,0 Prozent. Die US-Wirtschaft wird 2021 um 6,5 Prozent und 2022 um 4,0 Prozent wachsen – eine Aufwärtsrevision um zwei Prozentpunkte für dieses Jahr. Die Eurozone hinkt im Kampf gegen das Coronavirus hinterher und wird in diesem Jahr um 3,8 Prozent und 2022 um 4,2 Prozent wachsen – weitgehend unverändert im Vergleich zur früheren Prognose der SEB Ökonomen. Die USA werden ihren bisherigen Wachstumstrend bereits 2022 übertreffen, während der Euroraum und das Vereinigte Königreich weiterhin große Produktionslücken aufweisen werden.

Zwischen den Volkswirtschaften der Schwellenländer (EM) gibt es große Unterschiede. Chinas erfolgreicher Kampf gegen die Pandemie kommt großen Teilen Asiens zugute, während die Erholung in Lateinamerika und Afrika schwächer ausfallen wird. Die weit verbreitete COVID-19-Übertragung in Ländern wie Indien und Brasilien, sowie die Impfstoffknappheit in vielen Ländern werden deren Wirtschaftsleistung belasten.

Niedrig-Inflationsumfeld in den USA inmitten "grüner" Investitionen getestet
Überhitzungsrisiken durch massive fiskalische Stimulierungspakete in den USA werden das Niedrig-Inflationsumfeld auf seine größte Probe seit Jahrzehnten stellen. Ein Risikoszenario ist es, dass das US-Arbeitsangebot nicht auf die gestiegene Nachfrage reagiert, und dass dies mit steigenden Inflationserwartungen einhergeht. Das Hauptszenario der SEB Experten ist, dass der Anstieg der Inflation moderat ausfallen wird. Die hohen Ersparnisse der privaten Haushalte in den 37 fortgeschrittenen Volkswirtschaften der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden einen Puffer bilden, wenn die Konjunkturmaßnahmen allmählich zurückgenommen werden, während die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen ein Risiko bleiben wird.

Mit Blick auf die Zukunft gibt es neue Argumente für expansive Maßnahmen in Verbindung mit Reformen, die die Angebotsseite der Wirtschaft und die ökologische Nachhaltigkeit verbessern werden. Solche Pakete wurden von der Europäischen Union genehmigt und von der Regierung Biden vorgeschlagen. Bidens ehrgeizige Agenda hat Auswirkungen auf den Rest der Welt – sie kombiniert eine stärkere Rolle der Regierung in der Wirtschaft mit dem Bemühen, ein Mindestmaß an globalen Unternehmenssteuern zu schaffen, und eine neue Führungsrolle in der Frage des Klimawandels zu übernehmen.

Die Fed wird bei der Normalisierung der Geldpolitik vorangehen und den Dollar in die Höhe treiben
Die Leitzinsen werden in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften sowohl in diesem als auch im Jahr 2022 nahe bei null bleiben. Der neue, gemäßigte politische Rahmen der Fed lässt ihr Spielraum, um Leitzinserhöhungen bis 2023 zu verschieben. Dennoch wird die US-Notenbank ihre stimulierenden Anleihekäufe ab Ende dieses Jahres schrittweise reduzieren und im Herbst 2022 beenden. Größere Unterschiede zwischen den Wachstumsraten in den USA und Westeuropa deuten auf ein traditionelles Zentralbankmuster hin, bei dem die Fed – trotz ihrer gemäßigteren neuen Strategie – mit der Normalisierung der Geldpolitik deutlich vor der EZB beginnen wird. Letztere wird weiterhin mit einer unangenehm niedrigen Inflation zu kämpfen haben. Der US-Dollar wird sich, nach Gegenwind in nächster Zeit, aufwerten. Nach einem Anstieg auf 1,24 in diesem Sommer wird der EUR/USD-Kurs bis Ende 2022 allmählich auf 1,13 sinken.

Mehrere Themenartikel in dieser Ausgabe des Nordic Outlooks behandeln neue protektionistische Tendenzen im Welthandel, die grüne Energiewende, die US-Inflation, Kryptowährungen und die schwedischen Staatsfinanzen.

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