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KI-getriebener Superzyklus verändert die globale Investmentlandschaft

Ein neuer Bericht der SEB Aktienstrategen zeigt, wie künstliche Intelligenz (KI) einen neuen „Investment‑Superzyklus“ antreibt, der Branchen und Märkte in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren grundlegend verändern dürfte.

Laut des Reports tritt die Weltwirtschaft in eine Phase ein, die Forschende als fünfte industrielle Revolution bezeichnen: KI und digitale Technologien verändern Produktion, Infrastruktur und Gesellschaft. Dieser Wandel dürfte eine Reihe aufeinanderfolgender Investitionswellen in unterschiedlichen Branchen auslösen.

Die erste Phase zeichnet sich bereits deutlich ab. Bereiche wie Hyperscaler, Rechenzentren, Halbleiter und KI‑Systeme wachsen seit einigen Jahren dynamisch. Mit zunehmender Reife dieser Segmente rücken weitere Branchen in den Fokus, die nach Einschätzung der Strategen vor einer „explosiven Wachstumsphase“ stehen.

„Wir erwarten eine Abfolge von sektoralen Superzyklen, da sich die Wirtschaft transformiert und neue Angebotsengpässe entstehen“, sagt Thomas Thygesen, Head of Strategy Research bei der SEB.

Anders als frühere Zyklen, die stark von US‑Technologieunternehmen geprägt waren, dürfte sich die nächste Phase stärker auf physische Industrien konzentrieren. Dazu zählen autonome Investitionsgüter, saubere Energiesysteme, Verteidigungstechnologie und Bergbau – Bereiche, in denen Europa vergleichsweise gut positioniert ist.

Die Analyse zeigt zudem, dass große wirtschaftliche Umbrüche historisch häufig mit geopolitischem Wettbewerb einhergingen. Solche „Wettrüsten“ bei der Einführung neuer Technologien gingen oft mit längeren Phasen steigender Aktienmärkte und gleichzeitig schwächeren Anleihemärkten einher. Dieses Muster scheint sich aktuell zu wiederholen und spricht laut den SEB Analysten für ein grundsätzlich unterstützendes langfristiges Umfeld für Aktien.

Zur Einordnung nutzen die Autoren ein vereinfachtes „30-30-30‑Modell“, das auf früheren industriellen Revolutionen basiert. Es beschreibt drei Phasen technologischen Wandels: Innovation, rasche Expansion und breite Durchdringung in Wirtschaft und Gesellschaft. Im Verlauf des Zyklus weichen frühe Technologien zunehmend breiteren Anwendungen – von der Automatisierung in der Industrie bis hin zu Energie- und Infrastruktursystemen.

Für Investoren liegt die zentrale Herausforderung im Timing: Wer frühzeitig erkennt, welche Branchen den Übergang von der Vorbereitungs- in die Wachstumsphase vollziehen, kann die entscheidenden Renditetreiber identifizieren. „Wir gehen davon aus, dass sich der Fokus schrittweise auf den physischen Aufbau der neuen Wirtschaft verlagert“, so Thygesen.

Neben Thomas Thygesen haben auch die Aktienstrategen Elizabeth Nørgaard Mathiesen und Mads Bossen zu dem Report beigetragen. Die vollständige Studie steht ausschließlich den Equity‑Research‑Kunden von SEB zur Verfügung.

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