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Europa halbiert Abwicklungszeit beim Handel mit Aktien

Ann Magnusson

Ab Oktober 2027 werden die Europäische Union, das Vereinigte Königreich und die nordischen Märkte die Zeit zur Abwicklung der meisten Wertpapiertransaktionen von zwei auf einen Geschäftstag halbieren. Die Umstellung, bekannt als T+1, soll die Marktgeschwindigkeit erhöhen und das Risiko für Anleger reduzieren.

Die Änderung bedeutet, dass Transaktionen in Aktien, Anleihen und börsengehandelten Fonds bereits am Tag nach ihrem Abschluss finalisiert sein müssen. Heute dauert die Abwicklung in der Regel zwei Tage. Marktteilnehmer stehen nun vor einer Vielzahl von Systemanpassungen und neuen Abläufen, um die verkürzte Frist einzuhalten.

Eine zentrale Herausforderung ist das Management von Devisentransaktionen, die häufig über mehrere Zeitzonen hinweg verarbeitet werden müssen. Unternehmen müssen sich zudem auf neue Anforderungen im Rahmen des Digital Operational Resilience Act der Europäischen Union vorbereiten – einer Regulierung, die Vorgaben zum Umgang mit operationellen Risiken und Cybersicherheit festlegt.

„Die Umstellung auf T+1 ist ein struktureller Wandel für die gesamte Branche“, sagt Ann Magnusson, Head of Investor Services bei der SEB in Stockholm. „Sie erfordert koordinierte Anpassungen in den Systemen und eine klare Kommunikation mit Kundinnen und Kunden, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen.“

Für Anlegerinnen und Anleger liegen die Hauptvorteile der Umstellung in einem schnelleren Zugang zu Liquidität nach dem Verkauf eines Wertpapiers und in einem geringeren Risiko, da der Zeitraum zwischen Handelsabschluss und finaler Abwicklung kürzer wird. In einigen Märkten könnten Clearinghäuser zudem die zu hinterlegenden Sicherheiten reduzieren.

Die nordische Region ist besonders betroffen, da viele Haushalte dort in Aktien, Anleihen und Fonds investieren. In Schweden spart ein großer Teil der Bevölkerung in Fonds, Aktien oder Altersvorsorgeprodukten – was den Fokus auf operative Resilienz und Cybersicherheit richtet, wenn die Märkte zunehmend digital werden.

Magnusson erwartet, dass die kommenden zwölf Monate entscheidend sein werden. „2026 werden sich Unternehmen auf die Umsetzung konzentrieren müssen – auf die Vorbereitung auf neue Regeln, die Sicherstellung stabiler Abläufe und die Begleitung ihrer Kundinnen und Kunden durch den Übergang“, sagt sie.

Die SEB arbeitet eng mit Aufsichtsbehörden, staatlichen Stellen und Branchenverbänden an der Umstellung. Ein zentrales Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass die Migration auf T+1 bestehende, gut funktionierende Prozesse nicht beeinträchtigt. Die aktive Einbindung sowohl von Firmen- als auch institutionellen Kundinnen und Kunden wird maßgeblich sein, je näher die Frist rückt.

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