Die SEB sieht zum Jahresauftakt keine Entspannung in der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte im Januar auf dem niedrigen Niveau des Vormonats und liegt weiterhin deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt. Besonders die leicht rückläufigen Geschäftserwartungen gelten als schlechtes Signal – gerade in einer Phase, in der die expansivere Fiskalpolitik eigentlich für Auftrieb sorgen sollte.
Erwartungen sinken – strukturelle Probleme bleiben
Der Blick auf die Teilindizes zeigt: Unternehmen sind hinsichtlich der nahen Zukunft etwas pessimistischer als zuvor, während der Index für die aktuelle Lage mehr oder weniger unverändert auf einem niedrigen Niveau geblieben ist. Die Einschätzung des Geschäftsklimas hat sich in allen wichtigen Sektoren mit Ausnahme des Dienstleistungssektors verbessert, wobei die Bewertungen für alle wichtigen Sektoren immer noch im negativen Bereich liegen.
Gegenläufige Signale aus anderen Indices
Der seitwärts laufende Ifo-Index steht im Gegensatz zum jüngsten Einkaufsmanagerindex, der im Januar leicht gestiegen ist. Beide Indices deuten jedoch auf eine leichte Verbesserung im verarbeitenden Gewerbe hin – ein Lichtblick für die seit Jahren geschwächte Industrie.
Impulse aus der Politik – Unsicherheit bleibt jedoch hoch
Die SEB weist darauf hin, dass politische Reformen wie steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau sowie höhere Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung die Wirtschaft grundsätzlich stützen dürften. Viele Unternehmen erwarten jedoch eine schnellere Umsetzung, bevor die Stimmung nachhaltig drehen kann.
Die Experten der SEB gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum im Verlauf des Jahres 2026 wieder anzieht. Die potenzielle Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft liegt nach ihrer Einschätzung bei etwa 0,5 Prozent; im kommenden Jahr könnte sie leicht darüber liegen, bei rund 1 Prozent.
Für einen echten Anstieg des Potenzialwachstums seien jedoch weitere Schritte notwendig. Deutschland müsse den Verlust seiner Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere gegenüber China – überwinden und gleichzeitig Innovationen und Transformationen beschleunigen. Dazu gehörten insbesondere Digitalisierung und Energie, Bereiche, die auch auf der politischen Agenda von Bundeskanzler Merz weit oben stünden.
Zu der Einschätzung erfahren Sie auf den Research-Seiten der SEB: SEB Research