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Deutsche Unternehmen besorgt über Kriegsfolgen

Die SEB ordnet den Rückgang des Ifo‑Geschäftsklimaindex im März ein und erklärt, warum geopolitische Risiken die Erholung bremsen.

Der Ifo‑Geschäftsklimaindex ist im März gesunken und liegt weiter deutlich unter seinem langfristigen Durchschnitt. Nach Einschätzung der SEB spiegeln die Ergebnisse vor allem die wachsenden Sorgen deutscher Unternehmen über die Folgen des Kriegs im Iran wider. Sie befürchten steigende Energiepreise, höhere Inflation und eine verzögerte wirtschaftliche Erholung.

Lage stabil – Erwartungen deutlich schwächer

Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage unverändert, stuften ihre Erwartungen jedoch deutlich schlechter ein. Alle großen Sektoren meldeten eine Verschlechterung des Geschäftsklimas, die Nettosalden blieben in sämtlichen Branchen negativ.

Industrie reagiert besonders empfindlich

In der Industrie sank der Erwartungsindex am stärksten. Energieintensive Branchen, die besonders von Preisrisiken betroffen sind, meldeten laut Ifo die stärksten Rückgänge. Auch im Dienstleistungssektor und im Handel trübten sich die Aussichten ein. Im Baugewerbe fielen die Erwartungen so stark wie seit März 2022 nicht mehr.

Der Rückgang passt zum Einkaufsmanagerindex, der im März ebenfalls nachgab. „Der Krieg im Iran hat jede Hoffnung auf eine Erholung vorerst auf Eis gelegt”, erklärte das Ifo‑Institut.

Höhere Risiken für das Wachstum

Nach Einschätzung der SEB haben sich die Abwärtsrisiken für das deutsche Wachstum erhöht. Sollte der Konflikt weiter anhalten und die Energieinfrastruktur im Nahen Osten stärker beschädigt werden, könnten die Energiepreise über längere Zeit steigen. Das würde insbesondere energieintensive Unternehmen treffen, die bereits seit der Energiekrise unter hoher Kostenbelastung leiden.

Gleichzeitig könnten politische Maßnahmen wie Steuererleichterungen, der Abbau von Bürokratie und höhere Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung das Wachstum mittelfristig stützen. Insgesamt sieht die SEB jedoch ein Risiko, dass die bisherige Prognose eines Wirtschaftswachstums von rund 1 Prozent in diesem Jahr nach unten korrigiert werden muss.

Mehr zur Einschätzung sowie Grafiken finden Sie auf den Research-Seiten der SEB: SEB Research

Pia Fromlet, Economist Euro area
pia.fromlet@seb.se, Phone: +46707393266

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