17.03.2020 17:53

"Wir unterstützen unsere Kunden"

"Als Bank haben wir eine große gesellschaftliche Verantwortung und müssen sicherstellen, dass wir Kunden unterstützen und stärken, um den Sturm, dem wir ausgesetzt sind, zu überstehen", kommentiert Johan Torgeby, CEO der SEB, in einem Interview.

Welche Strategie verfolgt die SEB um ihre Mitarbeiter zu schützen und den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten?

"Als Bank haben wir eine umfassende Verantwortung, und als CEO fühle ich dies in höchstem Maße. Wir werden unsere Mitarbeiter so weit wie möglich schützen, indem wir uns nicht unnötig vielen Risiken aussetzen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die Bank rund um die Uhr geöffnet ist und dass wir für unsere Kunden da sind.“

"Wichtig ist es daher, im Standby-Modus zu bleiben und wachsam zu sein, wenn jemand Symptome zeigt. Darüber hinaus bemühen wir uns, den Geschäftsbetrieb so weit wie möglich aufzuteilen, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren.“

Das Coronavirus führt zu großen Beeinträchtigungen in der Wirtschaft. Wie groß ist das Risiko, dass es zu einer schweren Rezession kommen wird?

"Wir sind bereits jetzt Zeuge eines der schnellsten und aggressivsten Abstürze an den Finanzmärkten in der Geschichte. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es zu einer Rezession kommen wird. Auf längere Sicht, über ein oder zwei Jahre betrachtet, besteht jedoch kein Grund zur Sorge – denn es ist keine Frage, ob, sondern wann die Virusepidemie zu Ende geht. Für den Moment gilt es, den Sturm zu überstehen.“

Banken sind Teil der Volkswirtschaft. Kunden haben bereits nachgefragt, inwieweit die SEB als Bank betroffen sein wird, wenn Unternehmen auf Probleme stoßen. Was ist Ihre Botschaft an sie?

„Im weitesten Sinne bildet das Bankensystem die Summe der Gesellschaft ab. Wenn Haushalte und Unternehmen in Not geraten, sind auch die Banken davon betroffen. Die SEB ist eine starke Bank, und wir sind nicht nur in negativer Hinsicht von der Krise betroffen. In bestimmten Bereichen unseres Geschäfts geht die Aktivität zurück, in anderen hingegen steigt sie an. Der Beratungsbedarf nimmt zu, und die Unternehmen müssen ihre Finanzen, ihre Liquidität und ihren Bedarf an Krediten sichern.“

"In bestimmten Branchen wie dem Luftverkehr, dem Gastgewerbe und dem Tourismus sehen wir einen Rückgang der Nachfrage. Das erhöht das Risiko von Kreditverlusten, aber wie groß diese sein werden, kann man jetzt noch nicht sagen. Die SEB verfügt über eine gute Kapitalausstattung und zeichnet sich durch eine konservative Kreditpolitik und ein solides Kreditrisiko aus.“

Banken kommt eine große Verantwortung bei der Unterstützung der Gesellschaft und der Sozialwirtschaft zu, inwieweit arbeitet die SEB dabei mit anderen zusammen?

"Banken und die Behörden, die für den Finanzmarkt im Allgemeinen verantwortlich sind, haben eine gemeinsame Verantwortung. Es geht darum, drei Faktoren zu gewährleisten: Erstens müssen die Banken gut mit Eigenkapital ausgestattet sein. Zweitens muss die Kapitalversorgung der Banken funktionieren. Aktionäre und Investoren, die in Anleihen von Banken investieren, müssen weiterhin darauf vertrauen, dass es attraktiv ist, in Banken zu investieren. Zum dritten ist es unsere Aufgabe, jenen Kunden zu helfen, die Unterstützung benötigen, um diese Situation zu meistern. Es ist eine gemeinsame Verantwortung".

Wie verhalten Sie sich selbst in dieser Situation? Haben Sie zum Bespiel Arbeitsabläufe geändert?

"Ich bemühe mich, dass zu leben, was ich sage. Ich habe Termine abgesagt und keine Reisen in naher Zukunft geplant. Wir haben unseren Tagesablauf dahingehend abgeändert, dass wir ein Maximum an Krisenprävention leisten können. Ein Team überprüft täglich die Frühindikatoren für die Entwicklung der Weltwirtschaft und der SEB. Ich habe bisher nichts festgestellt, was Anlass zur Sorge um das gegenwärtige Wohlergehen der Bank gibt.“

"Im Übrigen bemühe ich mich, die gleichen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die wir generell innerhalb der Bank empfehlen, d.h. wir alle reduzieren die Anzahl der Meetings und der physischen Kontakte. Es ist jedoch unerlässlich, dass wir weiterhin sicherstellen, dass der Geschäftsbetrieb funktioniert und wir auch in schwierigen Zeiten für unsere Kunden da sind.“