18.06.2019 15:40

SEB und Nokia testen neuen Prozess für Exportdokumentationen

Die SEB ist eine von drei Banken, die gemeinsam mit Nokia einen Pilotversuch unternehmen wird, um ein neues System zur  automatisierten Handhabung von Export-Dokumenten zu testen. Ziel ist es, sowohl die Bearbeitungszeiten zu reduzieren als auch die Konsistenz im Umgang der Bank mit Diskrepanzen in der Dokumentation zu verbessern.

Die Dokumentation im Zusammenhang mit dem Export von Waren ist oft umfangreich und die Banken spielen eine wichtige Rolle bei der Überprüfung, ob alle notwendigen Informationen im richtigen Format vorliegen und ob sie den Anforderungen der Käufer und Käuferbanken im Ausland entsprechen.

Derzeit prüfen die SEB und andere Banken Exportkreditbriefe von Kunden wie Nokia manuell gegen Anforderungen, die über Swift von Banken geschickt werden, die den Kunden eines Kunden vertreten - also beispielsweise von einem Telekommunikationsbetreiber, der die Telekommunikationsausrüstung von Nokia kauft.

"Die Überprüfung der Informationen ist zeitaufwendig und wenn es Unstimmigkeiten gibt, sind wir nicht immer konsistent mit dem, was wir zulassen, je nachdem, wer die Überprüfung durchführt", sagt Harri Rantanen, Business Developer bei Transaction Services. „Kunden wollen eine schnelle Abwicklung und Konsistenz bei Unstimmigkeiten."

Der bevorstehende Pilotversuch mit Nokia basiert auf einem neuen System des britischen Unternehmens Traydstream, das die Überprüfung der Dokumentation automatisiert. Die SEB scannt die von Nokia empfangenen Papierdokumente und überträgt sie in das System von Traydstream.

Für das Pilotprojekt wird die SEB Dokumentationen aus historischen Transaktionen verwenden und vergleichen, wie sich das System von Traydstream im Vergleich zu den Mitarbeitern der SEB verhält, die die ursprüngliche Prüfung durchgeführt haben. Bei positiven Ergebnissen ist es das Ziel, das System schließlich für neue Transaktionen zu nutzen.

In der ersten Phase zeigt das System von Traydstream die festgestellten Abweichungen an, daraufhin werden die SEB Mitarbeiter diese beurteilen. In einer späteren Phase kann das System diese Bewertungen möglicherweise automatisch vornehmen.

Laut Rantanen sei dies der erste echte Versuch der SEB, die Dokumentenverarbeitung im Bereich Trade Finance zu automatisieren. Es ist auch der erste Pilotversuch mit der Lösung von Traydstream.

"Die SEB bietet umfassende Lösungen für Firmen- und institutionelle Kunden. Dieses Pilotprojekt stellt eine große Chance dar und wir hoffen, dass sein Erfolg zu einer breiteren Akzeptanz von Veränderungen innerhalb des Trade-Finance-Geschäfts und entlang der gesamten Supply Chain führen wird", sagt Paula da Silva, Leiterin von Transaction Services.

Die finnische OP Bank und die Standard Chartered Bank sind ebenfalls an dem bevorstehenden Pilotprojekt mit Traydstream und Nokia beteiligt.