Zaghaftes Wachstum der Weltwirtschaft

Die Erholung der Weltkonjunktur verläuft weiterhin zögerlich. Gleichwohl halten die Volkswirte der SEB in der jüngsten Ausgabe des Nordic Outlook an der Einschätzung eines langsamen Anziehens der Weltkonjunktur
2017 fest.

Sie erwarten, dass sich das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern trotz der Konjunkturdelle in China beschleunigen wird. Gründe sind ein höheres Wachstum in Indien und eine gewisse Stabilisierung in Ländern wie Russland und Brasilien.

Reifere Volkswirtschaften profitieren von niedrigen Ölpreisen und einer Politik des lockeren Geldes. Insgesamt erwarten die Experten eine Zunahme der Weltwirtschaftsleistung um 3,1 % in diesem Jahr, die sich 2016 auf 3,6 % und 2017 auf 4,0 % beschleunigt. 

Weitere Annahmen der Volkswirte:

Das finanzielle und realwirtschaftliche Umfeld ist ausreichend stabil, so dass die Fed im Dezember mit der Zinswende beginnen kann. Vieles deutet darauf hin, dass die Fed ihre seit sieben Jahren anhaltende „Null-Zins-Politik" demnächst beendet und ihre Funds Target-Rate im Dezember um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Nach dieser ersten Zinserhöhung werden weitere vorsichtige folgen, bis auf einen Stand von 2,0 % Ende 2017.

Dessen ungeachtet wird die Europäische Zentralbank (EZB) wahrscheinlich ihr Anleihekaufprogramm ausweiten und ihren Zins für Bankeinlagen senken. Die meisten Zentralbanken werden der Fed mit unterschiedlichem Zeitabstand folgen.

Die Preisprognose (für Rohöl der Sorte Brent) liegt bei einem Durchschnitt von 55 USD/Barrel 2016 und 60 USD/Barrel 2017. In dieser Prognose überwiegen die Abwärtsrisiken;

Der Dollar bleibt stark mit einem EUR/USD-Wechselkurs von 1,00 Ende des 2. Quartals 2016 sowie 1,03 Ende 2016. Es wird nicht erwartet, dass der Dollar weiter aufwertet, denn er ist schon jetzt sehr hochbewertet.