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„Mach was, trau dich, fordere mehr – für den Karriereweg braucht man genau dieses Selbstbewusstsein."

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Wie bist du zur SEB gekommen?

Ich habe erste Berufserfahrungen im Industrie-, Banken- und Wirtschaftsprüfungsbereich gesammelt, und mich dann ganz klassisch auf eine StepStone-Anzeige bei der SEB beworben. 2006 bin ich als Business Partner eingestiegen. Zu Beginn war ich für Merchant Banking tätig, also den Geschäftsbereich für Unternehmenskunden. Seit 2018 bin ich Head of HR. Wenn ich heute einen Lebenslauf schreiben würde, würde sich dieser ganz schön langweilig lesen, denn auf dem Papier hat sich gar nicht so viel getan. Aber die Bank hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert: von einer Universalbank mit einem großen Privatkundengeschäft und vielen Filialen, hin zu einer reinen Geschäftskundenbank, die eng an die schwedische Mutter angebunden ist. Das war eine gewaltige Change-Journey und eine extrem spannende Zeit, die ich begleitet habe.

Mit dem Traineeprogramm ist die SEB in der Nachwuchsgewinnung ja schon stark aufgestellt. Wieso kommt jetzt das Finance-is-Female-Programm?

Anfang 2018 haben wir global eine starke Initiative für Diversity und vor allem Gender Equality aufgesetzt. Darauf liegt auch in Deutschland unser Schwerpunkt. Wir haben festgestellt, wie wichtig diverse Teams sind, wie gut diese funktionieren und wie entscheidend sie sind, um erfolgreich zu sein. Mit dem Programm zahlen wir darauf ein und treiben so das Business weiter voran.

Es ist ja aber gar nicht so einfach, im Auswahlprozess Absolventinnen für einen Job in der Bank zu begeistern, richtig?

Besonders beim Trainee-Programm haben wir festgestellt, dass wir nicht viele Bewerberinnen haben, und uns gefragt, woran das liegt. Studien zeigen, dass wir gegen einen allgemeinen Trend kämpfen: Viele Studierende finden Banking nicht mehr attraktiv. Das gilt für Männer, aber noch mehr für Frauen. Sie sagen, es sei zu kompetitiv, zahlengetrieben und langweilig. Für viele hat die Finanzbranche auch gesellschaftlich kein so hohes Ansehen mehr. Gegen diese Vorurteile wollen wir etwas tun. Wir – jedenfalls bei der SEB – merken jeden Tag, dass das so nicht stimmt: Frauen können hier viel bewirken, aber diese Möglichkeiten müssen wir zunächst nach Außen transportieren und das ist die Idee des Programms.

Was macht die SEB für Frauen so besonders? Und wie zeigt sich das im Arbeitsalltag?

Grundsätzlich sind wir als Arbeitgeber sehr flexibel und bereit, uns zum Beispiel auf neue Arbeitszeitmodelle einzulassen. Wir bauen dabei auf die Ideen der Mitarbeiter, denn sie kennen ihre Bedürfnisse selbst am besten. Wir ermöglichen Jobsharing- und Teilzeit-Modelle. Darüber hinaus sind wir unterschiedliche Kooperationen eingegangen, wie mit dem Familienservice. Damit ermöglichen wir unseren Mitarbeitern, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Ich zum Beispiel arbeite als Head of HR in Teilzeit – es geht also. Zudem heben wir uns mit unserem Betriebsklima deutlich von anderen deutschen Banken ab. Bei der SEB gibt es flexible Strukturen, verständnisvolle Kollegen und Manager. Querwechsel in andere Bereiche sind ganz typisch für die SEB, was auf unsere nordische Firmenkultur zurückzuführen ist. In Skandinavien ist es nicht unüblich, fünf Jahre als Kundenbetreuer für Großkunden zu arbeiten und dann in die Personalabteilung zu wechseln. Dieses Prinzip haben wir in Deutschland übernommen. Für diese Durchlässigkeit stehen wir und das ist uns wichtig. In der modernen Arbeitswelt will niemand bis zur Rente den gleichen Job machen. Bei uns können Mitarbeiter bis zum Renteneintritt bleiben, aber immer wieder neue und spannende Aufgaben in unterschiedlichen Bereichen übernehmen. Die Botschaft ist: Du kannst heute bei uns anfangen, zum Beispiel im Bereich Leveraged Finance, und wenn du in ein paar Jahren eine Familie gründen willst, finden wir gemeinsam eine Lösung.

Welchen Rat möchtest du den Teilnehmerinnen von Finance is Female mit auf den Weg geben?

Mach was, trau dich, fordere mehr – für den Karriereweg braucht man genau dieses Selbstbewusstsein. Und dann ist da noch die Sache mit der Flexibilität. Nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Arbeitnehmer müssen flexibler werden. Wichtig ist es, ein Ziel zu haben, aber keinen konkreten Plan für die nächsten 20 Jahre. Manchmal eröffnen sich Möglichkeiten, mit denen wir gar nicht gerechnet haben, und dann dürfen wir nicht lange nachdenken, sondern müssen zugreifen.