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„Die SEB hat die Ambition, alte Denkmuster bewusst zu machen und sie aufzubrechen."

Picture of a woman sitting on a table in a meeting room

Vera, wie sieht deine aktuelle Position bei der SEB aus?

Ich bin seit ungefähr einem Jahr Client Associate an unserem Standort in München. Meine Karriere habe ich bei einer großen Förderbank in der Risikoanalyse gestartet. Dass ich jetzt in einer Schnittstellenfunktion ganz nah am Kunden aktiv bin, hat sich fast zufällig über mein Netzwerk heraus ergeben. Hätte ich lediglich die Stellenbeschreibung gelesen, hätte ich mich vielleicht gar nicht beworben. Jetzt bin ich wahnsinnig froh über den Schritt. Vor allem wegen der Vielseitigkeit, jeder Tag bringt Neues und ist eine spannende Herausforderung.

Wie hast du den Weg in die Finanzbranche gefunden?

Dass ich jetzt Karriere in der Finanzbranche mache, ist am Ende eine Verkettung von Umständen – aber die Zahlenaffinität war schon immer da. Ich habe zunächst Kulturwirtschaft studiert und früh gemerkt, dass ich in den Banken- und Finanzbereich möchte. Deshalb habe ich entsprechende Praktika gemacht und mich dann mit dem Master in Internationaler BWL spezialisiert. Dank meiner Kontakte aus den Praktika habe ich schnell den Berufseinstieg geschafft. Für mich war es immer wichtig, einen Beruf zu haben, der mir Spaß macht – das ist meine Motivation.

Die Finanzbranche gilt als Männerdomäne, in der sich Frauen nur schwer etablieren können. Wie nimmst du das wahr?

Klar, der Finanzbereich ist eine Männerdomäne und ich merke das immer wieder im Alltag – manchmal, weil es mein Gegenüber verunsichert, jetzt eine Frau als Berater zu haben, manchmal, weil genau das richtig gut ankommt. Beides versuche ich auszublenden. Denn sonst trete ich nicht mehr authentisch auf.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung wird es sein, wenn es keinen Unterschied mehr macht, ob Männer oder Frauen in Eltern- und Teilzeit gehen. Dann wird das Geschlecht bei der Einstellung, gerade bei Mitarbeitern Anfang 30, keine Rolle mehr spielen.

Spielen Vorurteile eine Rolle? Wie geht die SEB damit um?

Wir hatten vor kurzer Zeit einen Diversity-Workshop mit einem Neurowissenschaftler, der sehr spannend war. Dabei ging es ganz grundsätzlich um das Thema „Framing" – also wie Individuen oder Gesellschaften Wirklichkeit wahrnehmen und darüber kommunizieren. Es ist normal, bestimmte Stereotype im Kopf zu haben. Die Frage ist nur, wie damit umgegangen wird. Nehme ich das als gegeben an oder beurteile ich jede Person ganz individuell? Das Ziel sollte sein, Framing zu vermeiden. Das heißt, ich schaue mir eine Person mit ihren Stärken und Schwächen an und entwickle sie dementsprechend weiter.

Ich bin noch nicht lange bei der SEB, aber ich habe den Eindruck, dass das Thema Diversität deutlich mehr im Fokus steht, als ich das von anderen Banken kenne. Die SEB hat die Ambition, alte Denkmuster bewusst zu machen und sie aufzubrechen. Dafür werden konkrete Maßnahmen unternommen – wie der Diversity-Workshop oder die Finance-is-Female-Veranstaltungen, die Studentinnen auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützen.

Hast du einen Rat an Studentinnen und Berufseinsteigerinnen?

Mein Rat ist: macht Praktika, besucht Netzwerkveranstaltungen, sucht euch Vorbilder. Und horcht immer wieder in euch hinein: Mache ich das gerade, weil ich Spaß daran habe oder weil es der Weg des geringsten Widerstandes ist?