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„Die Finanzbranche ist eine sich schnell verändernde Industrie geworden. Eine stetige Weiterentwicklung ist daher ausgesprochen wichtig."

Was ist deine aktuelle Position bei der SEB in Frankfurt?

Seit etwas über einem Jahr habe ich nun die Position der Leiterin des Client Account Management (CAM) übernommen und bin damit verantwortlich für den gesamten Bereich CAM in Deutschland. Dies umfasst die Bereiche Large Corporate and Public Sector, bei dem ich gleichzeitig Team-Head bin, Regulatory Office sowie Financial Institutions und Real Estate Coverage.

Wie bist du zur SEB gekommen?

Ich bin vor 28 Jahren zur SEB gekommen, die damals noch die BfG war und habe dort zunächst meine Ausbildung zur Bankkauffrau in Göttingen absolviert. Danach bin ich für fünf Jahre nach Leipzig gegangen, um das Geschäft in Ostdeutschland mit auszubauen und habe währenddessen  meine Fachausbildung gemacht und mein Studium als Diplom-Kauffrau an der Fernuniversität Hagen begonnen. Als die Filiale in Leipzig geschlossen wurde, bin ich nach Frankfurt gekommen. Während all dieser Stationen war ich immer im Firmenkundenbereich tätig.

Wusstest du schon immer, dass du in der Finanzbranche arbeiten möchtest?

Nein, definitiv nicht. Ich komme ursprünglich aus Ostdeutschland und als ich damals Abitur gemacht habe, befand sich Deutschland in einer Umbruchphase. Nach dem Abitur wusste ich eigentlich nicht, was ich machen will. Meine Mutter empfahl mir dann eine Banklehre und so bin ich in die Bank gekommen. Als ich während der Ausbildung angefangen habe, im Firmenkundenbereich zu arbeiten, war mir schnell bewusst, dass es die richtige Entscheidung war. Mir waren von Beginn an die Leute sympathisch, das Aufgabenfeld war komplex und es gab fast jeden Tag neue Aufgaben. Für den Rest meiner Ausbildungszeit bin ich in diesem Bereich geblieben. Das Firmenkundengeschäft war einfach von Anfang an mein Steckenpferd und wird es auch immer sein.

Hast du in den 28 Jahren, die du bereits in der Finanzbranche arbeitest, Unterschiede im Umgang zwischen Frauen und Männern erlebt?

Ich persönlich habe diese Unterschiede eigentlich nie erfahren. Allerdings muss ich auch ein bisschen berücksichtigen, dass ich aus einem Land komme, in dem die Arbeit von Frauen sowieso schon immer wertgeschätzt wurde. In Ostdeutschland war es eher so, dass die Frauen nach einem Jahr Elternzeit wieder angefangen haben zu arbeiten. Das Konzept der Teilzeitarbeit war für mich völlig neu. Ich bin damals nach Frankfurt gekommen und habe es für selbstverständlich gehalten, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden und habe es deshalb nie so empfunden, dass man mich in irgendeiner Form benachteiligt oder anders angesehen hat. Die Tatsache, dass Gleichberechtigung überhaupt ein Thema ist, wurde mir erst später bewusst.

Glaubst du, dass Programme zum Kontakthalten mit Mitarbeitenden während der Elternzeit hilfreich sind?

Ja auf jeden Fall. Ich bin immer dafür, solche Initiativen zu unterstützen. Es ist wichtig, dass Manager weiterhin Kontakt zu den Kolleginnen oder Kollegen in Elternzeit halten. Gleichzeitig ist es natürlich wichtig, dass die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter das überhaupt möchte und dann ebenso in Kontakt bleibt. Denn in diesem Geschäft passiert so viel in so kurzer Zeit, dass es lange dauern kann, sich wieder in den Arbeitsalltag einzufinden. Wenn wir talentierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Elternzeit haben, die wir halten wollen, sollten wir sie auch unterstützen. Dies wäre zum Beispiel durch Projektarbeit möglich. Dadurch besteht für alle Seiten die Chance, den Wiedereinstieg zu erleichtern. Natürlich ist diese Lösung nicht immer einfach und es erfordert häufig viel Disziplin, Flexibilität und die Fähigkeit, richtig zu priorisieren. Am besten ist es, eine Lösung zu finden, die für eine Person persönlich gut passt. Diese Erfahrung habe ich selbst auch gemacht, als ich nach den Geburten meiner eigenen Kinder sehr schnell wieder mit der Arbeit gestartet habe. Das war nur durch gute Planung und viel Flexibilität möglich.

Was zeichnet die SEB als Arbeitgeber deiner Meinung nach besonders aus?

Ganz klar – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind unser größte Gut. Wir haben in den Abteilungen kleine Teams und gleichzeitig sind wir auch ein großes Team – das ist die SEB Deutschland. Gerade wenn es hart auf hart kommt, unterstützen sich alle gegenseitig. Der zweite große Pluspunkt ist, dass die Möglichkeit besteht, eigenständig Entscheidungen zu treffen und nicht jeder Schritt genau vorgegeben wird. Das hat vermutlich auch ein bisschen mit der schwedischen Arbeitsweise zu tun. Es wird gerne gesehen, wenn Eigeninitiative gezeigt wird, dann besteht schnell die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Hast du noch einen Rat an Studentinnen und junge Berufseinsteigerinnen?

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass die Finanzbranche eine sich schnell verändernde Industrie geworden ist. Eine stetige Weiterentwicklung ist daher ausgesprochen wichtig. Gleichzeitig entsteht dadurch aber auch die Chance, sehr viel Neues in sehr kurzer Zeit mitzunehmen und zu lernen.