29.08.2018 16:00

"Banken spielen eine Schlüsselrolle beim Thema Nachhaltigkeit"

"Die Finanzindustrie spielt eine Schlüsselrolle bei der Schaffung von wirtschaftlichen Faktoren, die zu einem Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit beitragen. Je besser wir dabei sind, desto schneller findet die Transformation statt", sagt Karl-Oskar Olming, der im August die Position des Chief Sustainability Strategist bei der SEB übernahm.

Warum sind Sie zur SEB gegangen?

"Die Gesellschaft befindet sich derzeit im Wandel und es wird immer deutlicher, wie wichtig die Finanzindustrie für diese Reise ist", sagt Karl-Oskar Olming. "Als führende Geschäftsbank in den nordischen Ländern spielt die SEB bei dieser Transformation eine wichtige Rolle. Ich fühle mich von der Ambition der SEB angezogen, als Vorbild für Nachhaltigkeit zu agieren."

Karl-Oskar Olming absolvierte seine Ausbildung an der Stockholm School of Economics, wo er sich auf internationale Wirtschaftswissenschaften spezialisierte. Nach einigen Jahren als Berater nahm er eine Position bei der ILO (International Labour Organisation) an, einer UN-Einrichtung, die Regierungen, Arbeitgeberorganisationen und Gewerkschaften aus der ganzen Welt zusammenbringt. Diese Funktion führte er von Sri Lanka, Genf und der Karibik aus aus.

2009 begann Karl-Oskar Olming  bei Exportkreditnämnden (EKN) als Head of CSR und Deputy Director Risk Advisory, wo er die Arbeit von EKN mit Nachhaltigkeit zu einem der drei primären Risikoparametern neben Länder- und Kreditrisiken aufgebaut hat. In den vergangenen drei Jahren war er Afrikareferent von EKN mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Business Development. Im Juni zog er mit seiner Familie nach Schweden zurück.

Was ist das Wichtigste, was der Banken- und Finanzsektor erreichen kann?

"Als Bank haben wir großen Einfluss, die Entwicklung durch unsere Kredit- und Anlageberatung voranzutreiben und Unternehmen zu mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit zu bringen", sagt er. "Daher ist es von zentraler Bedeutung, dass wir Nachhaltigkeit in alle unsere Abläufe integrieren. Wir müssen soziale und ökologische Risiken in unseren Dienstleistungen und Produkten besser handhaben."

"Es geht darum, die richtigen Anreize zu schaffen. Wenn der Finanzmarkt die geringeren Risiken, die Investitionen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme mit sich bringen, ernsthaft berücksichtigt, werden die wirtschaftlichen Triebkräfte die Entwicklung in die richtige Richtung lenken."

Was ist für Sie zurzeit das wichtigste Nachhaltigkeitsthema?

"Weltweit ist es ohne Zweifel der Klimawandel. Es ist der Kern von allem und ist letztlich eine Frage unseres Überlebens. Und auch, dass dem Wirtschaftssektor eine Schlüsselrolle zukommt - dass Unternehmen, Unternehmertum und Innovation entscheidend sind, um ernsthafte Veränderungen herbeizuführen."

"Wir müssen aber auch Produkte anbieten, die zu nachhaltigen Lösungen beitragen. Zum Beispiel war die SEB ein Vorreiter, als sie 2008 gemeinsam mit der Weltbank die erste Green-Bond-Emission auflegte. Heute hat sich dies zu einer globalen, milliardenschweren Industrie entwickelt, die dazu beiträgt, die Finanzströme in den Klimaschutz zu lenken."

"Wir haben auch viele andere Beispiele für nachhaltige Produkte wie grüne Hypotheken, Nachhaltigkeitsfonds und Mikrofinanzfonds. Wir sehen große Chancen, kommerziell tragfähige Produkte zu schaffen, die zu einer besseren Welt beitragen."